Frühstart für einen Blick hinter die Kulissen der Wasserversorgung:
Um 06.45 Uhr treffen wir uns im Restaurant Sternen in Bolligen zum Frühstück. Eine gute Grundlage – denn was folgt, ist alles andere als alltäglich.
Bereits um 07.30 Uhr empfängt uns Martin Frey vor dem Neubau des Wasserreservoirs Mannenberg. Als Geschäftsführer des Wasserverbunds Region Bern führt er uns durch die Anlage, gibt Einblicke, erklärt Zusammenhänge und beantwortet unsere Fragen direkt vor Ort.
Ein Bauwerk mit Geschichte
Das ursprüngliche Reservoir am Mannenberg wurde bereits 1906 in Betrieb genommen und über Jahrzehnte erweitert. Es war ein zentraler Bestandteil der Wasserversorgung in der Region Bern – bis die Anforderungen an Technik, Hygiene und Sicherheit einen Neubau notwendig machten.
Der Neubau – bereit für die nächsten Jahrzehnte
Statt zu sanieren, entschied man sich für einen kompletten Neubau am gleichen Standort.
Die wichtigsten Zahlen:
- Investition: rund 43 Mio. CHF
- Bauzeit: ca. 4 Jahre
- Speichervolumen: 30’000 m³
- grösstes Trinkwasserreservoir im Kanton Bern
Das Bauwerk ist grösstenteils unterirdisch angelegt, technisch auf dem neuesten Stand und auf langfristige Versorgungssicherheit ausgelegt.
Regionale Stärke
Der Wasserverbund Region Bern vereint 23 Gemeinden und Partner. Gemeinsam sichern sie die Trinkwasserversorgung für rund 300’000 Menschen.
Allein das Reservoir Mannenberg kann den Tagesbedarf von etwa 135’000 Personen abdecken – eine beeindruckende Dimension, die man vor Ort erst richtig versteht.
Ein entscheidender Vorteil: Das Wasser gelangt aus dem Emmental grösstenteils ohne Pumpenergie ins Reservoir. Effizient, nachhaltig und clever gelöst.
Technik, die man nicht sieht
Was von aussen unscheinbar wirkt, ist innen hochkomplex. Planung, Bau und Betrieb verlangen Präzision und Koordination. Zahlreiche Fachpersonen aus unterschiedlichen Disziplinen waren am Projekt beteiligt.
Gerade durch die Führung mit Martin Frey wird klar: Hier geht es nicht nur um Infrastruktur, sondern um Verantwortung – für eine Region und ihre Zukunft.
Fazit
Der Besuch am Mannenberg zeigt eindrücklich, wie wichtig funktionierende Grundlagen sind. Wasser ist jederzeit verfügbar – weil im Hintergrund langfristig gedacht und konsequent investiert wird.
Oder einfacher gesagt:
Man sieht es kaum – aber es ist unverzichtbar.
Ein spannendes Detail am Rande: Im Reservoir befindet sich auch ein kleines Aquarium mit Fischen. Sie dienen nicht der Dekoration, sondern als zusätzliches biologisches Frühwarnsystem. Veränderungen in der Wasserqualität würden sich bei den Tieren schnell bemerkbar machen. Das Aquarium wird zusätzlich permanent mit Kameras überwacht. Ein faszinierendes Beispiel dafür, wie moderne Technik und natürliche Kontrolle zusammenwirken.
Mehr zum Projekt – siehe dir die Videos an:
